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Mir passiert es immer wieder einmal, dass in einem Gespräch, beim Lesen eines Buches, Hören eines Podcasts oder auch schauen eines Films ein einzelner Satz oder nur ein Wort nicht nur im Gehirn verarbeitet wird, sondern mich direkt ins Herz trifft und dort noch lange nachhallt.

So erging es mir jüngst bei dem Film „Ihr Wille geschehe“ von 2020. In der Darstellung des Films ist Dr. Bernhard Nathanson maßgeblich an dem Pro-Abtreibungsurteil Roe gegen Wade aus dem Jahr 1973 beteiligt. Trotz seines unermüdlichen Einsatzes für die Legalisierung von Abtreibungen, nagen Zweifel an ihm. Mit Weiterentwicklung des Ultraschalls in den 70er Jahren erfährt Dr. Nathanson dann einen Erweckungsmoment. Er erkennt und gesteht, dass er 20.000 Kinder, inklusive seiner eigenen Tochter, abgetrieben und damit umgebracht hat. Bis dahin war er jedoch der Ansicht, dass er Frauen hilft und sie rettet. Inmitten dieses Umbruchprozesses steht Dr. Nathanson in einer Kirche und schreit Gott an. Er rechtfertigt sich und seine Handlungen und spricht Gott seine Allmächtigkeit ab. Dabei sagt er, er hätte „sein Bestes“ gegeben.

Versuchen wir das nicht alle? Unser Bestes geben? Jeden Tag, bei jeder kleinen oder großen Entscheidung, bei jeder Begegnung und jedem Hindernis, dass sich uns in den Weg stellt. Vielleicht mit mal mehr oder weniger Motivation, aber wir geben alle unser Bestes. So nach der Darstellung des Films auch Dr. Bernhard Nathanson.

Wie kann es sein, dass unser Bestes im schlimmsten Fall zu Leid und Tod führen? Wie kann es sein, dass wir zwar denken, wir tun unser Bestes, aber im Nachhinein, vielleicht Jahrzehnte später, erkennen wir, dass unsere Entscheidungen, unsere damaligen Überzeugungen falsch waren? Ganz einfach: Weil wir fehlbar sind.

Mein Bestes ist mir nicht gut genug.

So viele Faktoren beeinflussen unsere Meinungen. Gefühle, Erfahrungen, unser Umfeld und selbst der eigene Gesundheitszustand hat Einfluss auf unsere Empfindungen und Entscheidungen. Die Vorstellung, mich allein auf die Grenzen meines eigenen Verstandes zu verlassen, versetzt mich in Angst und Schrecken. Ich kann noch so viel lernen, noch so viel wissen und begreifen, Gott ist der Einzige, der den gesamten Überblick hat. Er allein sieht alles. Vergangenheit, Zukunft, Lebenswege und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Sein Wort und Seine Wahrheit sind das Einzige, was durch alle Zeiten hinweg Bestand haben. Ich möchte mich nicht auf meine Weisheit verlassen, sondern die des Heiligen Geistes in Anspruch nehmen. „Mein Bestes“ soll immer ein „unser Bestes“ sein, weil ich mit dem, was Gott mir an Erkenntnissen und Klarheit schenkt, arbeiten will, anstatt mit dem, was ich gerade aktuell für das Beste halte. ich möchte irgendwann auf mein Leben zurückschauen und sagen können: „Ich habe mit Gottes Hilfe mein Bestes gegeben.“

Das bedeutet natürlich nicht, dass Christen unfehlbar sind. Absolut nicht. Aber ich hoffe und bete, dass wenn wir mit Hilfe des Heiligen Geistes Entscheidungen treffen, Gott unsere Fehlbarkeit bereits mit einkalkuliert. Dass Er auch unser Abbiegen von Seinem Plan, unsere Umwege und Sackgassen, nicht nur im Vorfeld weiß, sondern auch zu unserem Wachstum, ja zu unserem Besten, nutzt. Ihm bleibt nichts verborgen. Ihm ist nichts unmöglich.

Einen weiteren Satz, der in mein Herz gerutscht ist, hörte ich im Podcast von Candace Cameron Bure (11. Staffel). Darin sagte sie sinngemäß, dass sie darauf vertraut, dass Gott die Lücken füllt. Es ging um Kindererziehung und dass man als Eltern eben auch nur sein Bestes geben kann. Und dann sollte man darauf vertrauen, dass Gott einspringt. Dass Er da ist, wo wir mit unseren Worten nicht mehr weiterkommen, dass Er die Lücken füllt. Was für eine schöne, wohltuende Einstellung.

Wie oft stehen wir vor einem Problem, das uns vorkommt, wie ein unüberwindbarer Berg? Uns fehlen Wissen, finanzielle Mittel und Klarheit, oft auch Kraft und Energie, um selber eine Lösung zu finden. Aber vielleicht machen wir es uns auch unnötig schwer, verheddern uns in Gedanken und liegen nächtelang ohne Nutzen wach, obwohl wir besser darauf vertrauen sollten, dass Gott die Lücken füllt.

In 1. Mose 30, 31 – 43 lesen wir, wie Gott Jakob zu seinem Recht verhilft. Jakob hatte bereits viele Jahre für seinen Schwiegervater Laban gearbeitet, der ihn immer wieder übers Ohr gehauen und um seinen rechtmäßigen Lohn gebracht hat. Um endlich in seine Heimat zurückkehren zu können, treffen die beiden eine Abmachung. Jakob sollte die gescheckten und gefleckten Tiere aus den Herden erhalten, Laban die übrigen. Auch hier betrog Laban ihn und sonderte im Vorfeld alle gescheckten und gefleckten Tiere aus. Doch Jakob hatte einen Plan:

Er nahm frische Zweige von Pappeln, Mandelbäumen und Platanen und schälte Streifen von ihrer Rinde ab, sodass das helle Holz darunter zum Vorschein kam. Dann stellte er die hell-dunkel gestreiften Zweige in die Tränkrinnen, sodass die Tiere sie sahen, wenn sie zum Trinken kamen. Denn dort paarten sie sich auch. Weil sich die Tiere nun vor den hell-dunkel gestreiften Zweigen paarten, warfen sie gestreifte, gescheckte oder gefleckte Junge. Diese Lämmer trennte Jakob von Labans Herde. (…) Immer wenn die kräftigen Muttertiere zur Paarung bereit waren, stellte er die gestreiften Äste in die Tränkrinnen, damit sie sich vor den Zweigen paarten. Bei den schwächlichen dagegen tat er es nicht. So bekam Laban die schwachen Jungtiere und Jakob die kräftigen.

1. Mose 30, 37 – 42 NLB

Jetzt ist uns allen klar, dass die Tiere ihre Fellfarben nicht aufgrund der Zweige in den Tränkrinnen vererbt haben, aber Jakob war davon überzeugt. Er war der Meinung, dass das, was er tat, zum Erfolg führen würde. Jakob war nicht untätig und hat die Hände in den Schoß gelegt, sondern gab sein Bestes, im Rahmen seines Wissens und seiner Möglichkeiten, und er vertraute auf Gott. Gott wiederum tat seinen Teil und nahm Einfluss auf das, was Jakob nicht beeinflussen konnte. Das bestätigt Gott Jakob in einem Traum:

Der Engel sagte: „Schau hin zur Herde. Nur die gestreiften, gescheckten und gefleckten Böcke bespringen die Tiere. Denn ich habe alles gesehen, was Laban dir antut.

1. Mose 31, 12 NLB

Gott füllt die Lücken. Er ist es, der uns zu unserem Recht verhilft. Es ist Sein Segen, der unsere Lebensumstände verändert. So war es für Jakob und so ist es auch heute noch für uns.

Jetzt schauen Sie einmal auf Ihr Pferd und fragen sich: „Gibt mein Pferd nicht auch sein Bestes?“ Natürlich sind unsere Pferde genauso wenig perfekt, wie wir es sind. Aber wollen sie nicht auch alles richtig machen? Im Rahmen ihrer Möglichkeiten und basierend auf ihren Erfahrungswerten, versteht sich. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Tiere jeden Tag ihr Bestes geben. Wir sollten Verständnis aufbringen und ihre Mühe wertschätzen und belohnen, nicht nur die Erfolge. Seien wir gnädig, so wie wir darauf hoffen, dass auch Gott uns gnädig ist.

Geben wir gemeinsam mit dem Heiligen Geist im Umgang und der Haltung unserer Pferde unser Bestes. Danach: Lassen wir Gott die Lücken füllen! Vertrauen wir darauf, dass unsere Pferde – genaue wie der Rest der Schöpfung – ihm unterstellt sind und sie Seinen Anweisungen Folge leisten müssen. Gottes Beistand und Hilfe können wir auch im Stall für uns in Anspruch nehmen und mit Seiner Weisheit unser Bestes in Bezug auf Haltung, Fütterung, Ausbildung, Training, medizinische Versorgung usw. geben.

Denn dann geben wir nicht nur unser Bestes, sondern bringen auch Gottes Weisheit in die Welt und zu unseren Pferden. So können wir zu unseren Handlungen stehen, selbst noch in Jahrzehnten.

Ich lade Sie ein, gemeinsam mit mir zu beten:

„Lieber Gott,
lass mich an Deiner Weisheit teilhaben.
Zeige mir, was ich sehen muss und lass mich tun, was getan werden muss. Ich will für dich mein Bestes geben und wenn meine Kraft erschöpft ist, füll die Lücken.
Darum bitte ich dich in Jesu Namen,
Amen.“

Our Best

It happens to me again and again that in a conversation, while reading a book, listening to a podcast or watching a movie, a single sentence or just a word is not only processed in my brain but hits me directly in the heart and echoes there for a long time.

So it happened to me recently with the Film “Roe vs Wade” from 2020. In the presentation of the film, Doctor Bernhard Nathanson is significantly involved in the pro-abortion judgment Roe against Wade from 1973. Despite his tireless commitment to the legalization of abortions, doubts gnaw on him. With the further development of ultrasound in the seventies, Doctor Nathanson then experiences a moment of event. He realizes and confesses that he aborted and killed 20,000 children, including his own daughter. Until then, however, he was of the opinion that he helped women and saved them. In the middle of this process of upheaval, Doctor Nathanson stands in a church and shouts at God. He justifies himself and his actions and denies God His Omni power. He says, he had given “his best”.

Don’t we all try this? Give our best? Every day with every small or big decision, with every encounter and every obstacle that stands in our way. Maybe with more or less motivation but we all give our best. So, after the presentation of the film, also Doctor Bernhard Nathanson.

How can it be that our best in the worst case leads to suffering and death? How can it be that we think we are doing our best but in retrospect, perhaps decades later, we realize that our decisions, our convictions at the time, were wrong? Quite simple: Because we are fallible.

My best is not good enough for me.

So many factors influence our opinions. Feelings, experiences, our environment and even our own state of health have an influence on our feelings and decisions. The idea of relying on the limits of my own mind alone scares me. I can still learn so much, still know and understand so much, God is the only one who has the whole overview. He alone sees everything. Past, future, life paths and how they influence each other. His Word and His Truth are the only things that have endured through all times. I do not want to rely on my wisdom, but to use that of the Holy Spirit. “My best” should always be “our best”, because I want to work with what God gives me in terms of knowledge and clarity, rather than with what I currently believe to be the best. I want to look back on my life at some point and be able to say: “I gave my best with God’s help.”

Of course, this does not mean that Christians are infallible. Absolutely not. But I hope and pray that when we make decisions with the help of the Holy Spirit, God already takes our fallibility into account. That He also knows our turning away from his plan, our detours and dead ends, not only in advance, but also uses it for our growth, yes for our good. Nothing remains hidden from Him. Nothing is impossible for Him.

Another sentence that slipped into my heart, I heard in a podcast by Candace Cameron Bure (Season 11). In it, she said appropriately that she trusts that God will fill the gaps. It was about raising children and that as a parent you can only do your best. And then you should trust that God will step in. That He is where we can’t get any further with our words, that He fills the gaps. What a beautiful, soothing attitude.

How often do we face a problem that seems to us like an insurmountable mountain? We lack knowledge, financial means and clarity, often also strength and energy, to find a solution ourselves. But maybe we also make it unnecessarily difficult for ourselves, get entangled in thoughts and lie awake for nights without use, although we should better trust that God will fill the gaps.

In Genesis 30:31-43 we read how God helps Jacob to obtain justice. Jacob had already worked for his father-in-law Laban for many years, who repeatedly cheated on him and robbed him of his rightful wages. In order to finally be able to return to his homeland, the two make deal. Jacob was to receive the speckled and spotted animals from the herd, Laban the rest. Here, too, Laban cheated him and separated all speckled and spotted animals in advance. But Jacob had a plan:

Then Jacob took branches of fresh poplar and almond and plane trees, and peeled white stripes in them, exposing the white in the branches. Then he set the branches which he had peeled in front of the flocks in the watering troughs, where the flocks came to drink; and they mated and conceived when they came to drink. So the flocks mated and conceived by the branches, and the flocks gave birth to streaked, speckled, and spotted offspring. Jacob separated the lambs (…) Furthermore, whenever the stronger [animals] of the flocks were breeding, Jacob would place the branches in the sight of the flock in the watering troughs, so that they would mate and conceive among the branches; but when the flock was sickly, he did not put the branches there; so the sicker [animals] were Laban’s and the stronger Jacob’s.

Genesis 30:37-42 AMP

Now it is clear to all of us that the animals did not inherit their coat color because of the branches in the drinkers, but Jacob was convinced of this. He was of the opinion that what he did would lead to success. Jacob was not inactive and put his hands in his lap, but did his best, within the scope of his knowledge and his possibilities, and he trusted God. God, in turn, did his part and influenced what Jacob could not influence. This is confirmed by God Jacob in a dream:

He said, ‘Look up and see, all the rams which are mating [with the flock] are streaked, speckled, and spotted; for I have seen all that Laban has been doing to you.

Genesis 31:12 AMP

God fills the gaps. It is He who helps us to our rights. It is His blessing that changes our living circumstances. That’s how it was for Jacob and that’s still how it is for us today.

Now take a moment and you look at your horse and ask yourself: “Doesn’t my horse also give its best?” Of course, our horses are just as imperfect as we are. But don’t they want to do everything right? Within the scope of their possibilities and based on their experience, of course. I am convinced that our animals give their best every day. We should be understanding and value and reward their effort, not just the successes. Let us be gracious, as we hope that God is also gracious to us.

Let us do our best together with the Holy Spirit in the handling and maintenance of our horses. After that: Let God fill in the gaps! Let us have faith that our horses – just like the rest of creation – are subordinate to Him and that they must follow His instructions. We can also claim God’s assistance and help for us in the stable and with His wisdom give our best in terms of keeping, feeding, education, training medical care and so on. For then we not only give our best, but also bring God’s wisdom into the world and to our horses. That’s how we can stand by our actions, even for decades.

I invite you to pray with me:

“Dear God,
let me share your wisdom.
Show me what I need to see and let me do what needs to be done. I want to do my best for you and when my strength is exhausted, fill in the gaps.
That’s what I ask you in Jesus’ name,
Amen.”